Krippe LechowoIn der Weihnachtszeit sehen wir sie wieder, die Reklame mit berühmten Persönlichkeiten, wie sie sich besonders wertvolle Gegenstände kaufen, entweder für andere oder für sich selbst. Der Zweck war klar: Durch diese Werbung sollen wir als „Otto- Normalverbraucher“ animiert werden, besondere Dinge zu kaufen. Wer eine Sache durchsetzen will, muss sich nur die richtigen Leute mit dem entsprechenden Einfluss dafür aussuchen.

Wenn wir mit diesem Verständnis an unsere Weihnachtsgeschichte mit der frohen Botschaft heran gehen, dann müssen wir sagen, dass unsere frohe Botschaft von der Geburt des Messias im Stall von Bethlehem nicht mehr in unsere Zeit passt.

Anstatt Promis für die Werbung der Botschaft erwählt Gott die „kleinen Leute“, die Hirten, die diese Neuigkeit erfahren und weiter erzählen sollen. Um voll und ganz ermessen zu können, was das heißt, dass die Hirten die Neuigkeit von der Geburt Jesu erfahren haben, muss man sich vorstellen, welche Rolle die Hirten im damaligen Palästina spielten: Diese Hirten waren nicht freundliche alte Männer.

Dazu haben sie sich erst bei uns als Krippenfiguren entwickelt. Hirte sein bedeutete damals, keine gesicherte Arbeit zu haben oder zu keiner anderen Arbeit zu taugen - Gelegenheitsarbeiter also. Die „besseren Leute“ damals hüteten sich, von ihnen etwas zu kaufen, aus Angst betrogen zu werden. Und von diesen Leuten hören wir jedes Jahr die frohe Botschaft von der Geburt Jesu, von dem Kind, durch das sich die Welt verändern sollte. Durch dieses Kind sollte und soll der Friede Gottes in diese unsere Welt kommen.

Deshalb können wir auch die Reaktion der Leute bei dem Evangelisten Lukas verstehen, wenn es dort heißt: „Alle, die es hörten, wunderten sich über die Worte der Hirten“ (Lk 2,18), was so viel heißt wie „Die sind wohl verrückt, denen darf man ja sowieso nichts glauben.“  Da können wir uns doch fragen, ob Gott sich nicht von vorne herein verkalkuliert hat, als er sich für die Botschaft vom Reich Gottes Leute ausgesucht hat, die keinen Rückhalt in der damaligen Gesellschaft hatten. Von daher ist es wohl auch verständlich, dass sich im Laufe der Jahrhunderte die Kirche mit ihrer Botschaft sich immer wieder an die Mächtigen angelehnt hat, um in deren Schutz die Botschaft zu verkünden.

In der Rückblende hat die Kirche dabei aber immer wieder erfahren müssen, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt hat. Zu häufig ist sie für die Interessen der Mächtigen missbraucht worden.

Eines ist für mich klar. Wir können die Botschaft Jesu nur dann verkünden, wenn wir glaubwürdig sind, authentisch, wie wir das heute so schön bezeichnen. Weiterhin ist es für mich eine frohe Botschaft, dass Gott für die Ausbreitung seiner Botschaft keine Menschen mit großen Namen aussucht, sondern Leute wie uns, die „Ottonormalverbraucher“ mit unseren großen und kleinen Fehlern.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir diese Perspektive wieder neu entdecken, dass Weihnachten kein irdisches Ereignis bleibt, sondern wieder neu ein Fest mit Langzeitwirkung für unseren Alltag wird.

Ihr Pfarrer Josef Wördehoff

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