Verabschiedung 10.03.19 kfdEin Dankeschön des kfd-Vorstands Bad Wünnenberg-Lichtenau an den langjährigen Bezirkspräses der kfd Pfarrer Josef Wördehoff.

Als Pfarrer Wördehoff mich anrief, um zu fragen, ob ich vielleicht bei seiner Verabschiedung in der Schützenhalle von Lichtenau bereit sei, ein verlängertes Grundwort sprechen, da habe ich spontan zugesagt.

Und diese Reaktion geschah aus einem einfachen Grund. Ich denke, ich spreche dabei vielen kfd Frauen unseres Bezirkes aus dem Herzen, haben wir Pfarrer Josef Wördehoff doch als einen ehrlichen, engagierten Mitstreiter für die Ideen und Ziele der kfd kennen und schätzen gelernt.

Nach dem Telefonat kam ich in unsere Küche zu einer Besprechung mit einem Pastor, einem Gemeindereferenten und einem PGR-Vorsitzenden und fragte die Anwesenden nach der Bedeutung der kfd. Typische Antworten kamen wie: 

- Kaffee für Deutschland

- keine Frau daheim. 

Tatsächlich: Keine Frau daheim, das entspricht der Realität von engagierten Frauen in der kfd, auch wenn dahinter häufig ein negativer Touch von Ironie zu stecken scheint.

Allerdings treffen sich die Frauen, die in der kfd engagiert sind, mittlerweile zu anderen Themen  als das früher der Fall war, weshalb uns kfdlern diese Ironie negativ aufstößt. Nicht mehr „traditionelle Müttervereine“ sind unter der modernen kfd zu verstehen, sondern eine Gemeinschaft von modernen Frauen, die sich zu gesellschaftlichen und theologischen Themen treffen wollen. Schließlich haben die Frauen von heute sowohl in der Kirche wie auch der Politik Wichtiges zu sagen, wenn auch viele Traditionalisten ihnen nicht so viel Sachverstand zuzutrauen scheinen.

Unterstützt durch Pfarrer Wördehoff hat sich in diesem Rahmen die Thematik der kfd in unserem Bezirk stark verändert. Wir sind viel bewusster geworden für gesellschaftliche oder kirchenpolitische Themen.

Themen wie: solidarisch und gerecht haben in den vergangenen Jahren in dem Focus unserer Arbeit gestanden.

So haben wir als kfd mehr als 700 Unterschriften und Postkarten 2014 und nochmals 2018 unseren Bundestagsabgeordneten überreicht, um unseren Forderungen nach einer gerechten Teilhabe von Frau an der gesellschaftlichen Entwicklung zu ermöglichen.

Mit diesen Postkartenaktionen sollte die Koaltionsvereinbarung der Regierung nochmals unterstrichen werden, in der es um die Rentenpunkte für Mütter geht, die vor 1992 ihre Kinder geboren haben.

Zugleich haben wir mit unsren Aktionen wie den Fußwallfahrten in Bleiwäsche, Lichtenau und Haaren gesellschaftliche Themen verknüpft, um den teilnehmenden Frauen deutlich zu machen, dass Frauen in der kfd  auch etwas zu den gesellschaftlichen Themenstellungen  beizutragen haben.

Ein Anliegen der kfd hat Pfarrer Wördehoff immer wieder zur Sprache gebracht und zwar das Thema, den Frauen eine gerechte Teilhabe an den Geschehnissen innerhalb der Kirche zu geben.

Dass er diese Forderung auch selbst unterstützt hat, haben wir heute beim Abschiedsgottesdienst erleben konnten, als die geistlichen Begleiterinnen der kfd unseres Bezirkes mit den zelebrierenden Priester und Messdiener/innen in die Kirche eingezogen sind. Das ist noch nicht überall selbstverständlich.

Auf Veranlassung von Pfarrer Wördehoff sind zu den Bezirkstreffen auch Wortgottesfeiern unter der Leitung der jeweiligen geistlichen Begleitung eingeführt worden.

Als kfdlerin möchte ich an dieser Stelle auch einmal deutlich herausstellen, dass es eine große Forderung der kfd an die Amtskirche ist, die Teilnahme der Frauen an der kirchlichen Ämterstruktur zu ermöglichen. Zugleich sind wir als katholische Frauen in Deutschland der Meinung, dass durch eine veränderte Amtsstruktur unserer Kirche sich auch die Themen der gegenwärtigen Kirche ändern werden. Wir als kfd hoffen, dass dadurch die Kirche sich öffnen wird für Suchende und Fragende.

Weil wir als kfd die Themenpalette der katholischen Kirche breiter aufstellen wollen, haben wir es im Dezember 2018 mit der Aktion „Macht Licht an“ gewagt, auch unbequeme und bislang häufig unter den Tisch fallende Themen wie dem Missbrauchsfällen in der Kirche auf die thematische Tagesordnung zu bringen. Dazu haben wir im Vorfeld der deutschen Bischofskonferenz, die sich in Lingen zu ihrer Frühjahrskonferenz trifft, unsere Themenpallette mit unseren Forderungen übergeben.

Mit  unseren Unterschriften drücken wir zugleich auch die Wut, Fassungslosigkeit und tiefe Enttäuschung von uns Frauen über das bisherige Vertuschen missbräuchlicher Vorfälle innerhalb weiter Kreise der hierarchischen Kirche aus. Wir wollen heraus stellen, dass wir  in ferner Zukunft mit unsren Aktionen nicht länger vor der Kirche stehen bleiben und  dort unsere Bedenken und Befürchtungen zur Sprache bringen wollen, sondern wir alle Menschen guten Glaubens einladen wollen, mit uns für eine Kirche einzutreten, die nicht länger nur in ihren traditionellen Strukturen stecken bleibt, sondern die bereit ist, sich den gesellschaftlichen Fragen zu öffnen und für die befreiende Botschaft des Evangeliums, an die wir alle glauben, einzutreten.

Wir als kfd des Bezirks Bad Wünnenberg-Lichtenau wünschen Pfarrer Wördehoff Gottes Segen auf seinem weiteren Lebensweg und freuen uns auf seine Bereitschaft – auch als Pensionär – mit uns gemeinsam an der Verwirklichung einer Frauen einladenden Kirche mitzuarbeiten.

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