191229 Foto Frauen in Kirche DSC 0298Lichtenau (hv). „Frauen in Kirch heute – Wo gehen die Wege hin?“, lautete der Themenabend des kfd Bezirksteams Lichtenau im Pfarrheim am Donnerstag, 28. November. Als Podiumsteilnehmerinnen konnte die Geistliche Begleiterin Annette Wagemeyer und Tanja Schliephak (beide kfd Bezirksteam Wünnenberg-Lichtenau) die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende und ehemalige langjährige Dekanin an der KatHO Professorin Dr. Agnes Wuckelt sowie Sr. Dr. M. Alexandra Völzke von der Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten und selbst praktizierende Fachärztin für Allgemeinmedizin gewinnen.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat bei ihrer diesjährigen Bundesversammlung ihr neues Positionspapier „Gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche“ einstimmig verabschiedet. 92 Delegierte aus 21 Diözesanverbänden stimmten für die offizielle Forderung nach Öffnung aller Weiheämter. Dr. Wuckelt, die selbst im Sommer bei der Bundesversammlung dabei war, beschrieb eine noch nie da gewesene Aufbruchstimmung: „Wir Frauen haben einen großen Platz in der Kirche und haben nun einen Punkt erreicht, wo wir offen darüber reden können.“ Das sei nicht immer so gewesen, so hätten in den vor 20 Jahren in der kfd-Delegiertenversammlung verabschiedeten Leitlinien, eben diese Forderungen aufgrund von Konflikten mit der Deutschen Bischofskonferenz wieder herausgenommen werden müssen, erklärte Wuckelt weiter.

Allerdings werde eben diese Forderung von einem Teil der kfd-Frauen in den Ortsebenen nicht mitgetragen, betonte die Geistliche Begleiterin Wagemeyer und fragte, wie denn der Spagat zwischen den unterschiedlichen Meinungen gelingen könne. Man solle zum einen die Frauen respektieren, die sich nicht mit dem Gedanken anfreunden könnten, dass Frauen Leitungsfunktionen in kirchlichen Ämtern übernähmen und zum anderen die, die sich für eben solche Aufgaben berufen fühlten, sagte Wuckelt. Man wolle auf keinen Fall eine Art von „Frauenkirche“ schaffen, vielmehr wollte man eine geschlechtergerechte Kirche auf den Weg bringen.

Sr. Alexandra, selbst auch Referentin in der Diözesanstelle Berufungspastoral ist in der Arbeitsgruppe, die die zweite Frauenkonferenz im Erzbistum Paderborn am 10. Dezember vorbereitet hat. Bei der Konferenz geht es um die Entwicklung konkreter Ideen, wie die Möglichkeiten für Frauen in der katholischen Kirche besser ausgeschöpft werden können. Sr. Alexandra unterstrich hier vor allem die große Bedeutung der Taufberufung – wie es auch schon im Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn beschrieben ist.

In der Diskussion wurde den Frauen Mut gemacht, Fragen zu stellen und auch neue Gedanken zuzulassen. Aktuell ist mit dem ersten Adventssonntag der Auftakt für den Synodalen Weg der Katholischen Kirche in Deutschland erfolgt. An dem Beratungsprozess wirken sowohl Bischöfe als auch katholische Laien mit. Ein Thema ist auch die mögliche Öffnung des Priesteramts für Frauen.

Unser Foto zeigt von links nach rechts: Geistliche Begleiterin Annette Wagemeyer, Sr. Dr. M. Alexandra Völzke, die kfd-Bundesvorsitzende Professorin Dr. Agnes Wuckelt sowie Tanja Schliephak

Text und Foto: Helga Kloppenburg